Ratgeber Revolving Cards

Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte.

Bezahlen mit Revolving Credit Card
Abb. 1 – Bezahlen mit Revoling Card

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat die Anzahl der Kartenzahlungen im Handel stark zugenommen. Dabei spielen für die Kunden zum einen das einfachere Handling ohne Bargeld eine Rolle, zusätzlich aber auch Faktoren wie die Geschwindigkeit des Zahlungsvorgangs der die Verweildauer an der Kasse reduzieren hilft. Und viele Kunden, die auf ihrer Karte das Logo von Visa oder Mastercard finden gehen dabei auch automatisch davon aus, dass sie auch Inhaber einer echten Kreditkarte sind. Der Unterschied steckt aber bekanntlich im Detail. Wo der Unterschied zwischen den einzelnen Kartenarten liegt und was eine echte Kreditkarte ausmacht wird im Folgenden beschrieben. Darüber hinaus werden weitere Informationen zu am Markt befindlichen Kartenprodukten gegeben.




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Was macht eine echte Kreditkarte aus?

Sowohl Mastercard wie auch Visa unterscheiden bei ihren Produkten zwischen einer sogenannten Debit- und Kreditkarte. Für eine Kassierkraft genauso wenig an der Karte erkennbar, wie für den Kunden. Allerdings unterscheidet sich die Art und Weise der Rückzahlung vollkommen unterschiedlich. Bei einer Debitkarte erfolgt die Rückzahlung durch eine direkte Belastung am Girokonto. Hinzu kommt, dass diese Karten in der Regel auch nur durch die Bank ausgegeben werden, bei denen der Kunde sein Girokonto führt. Bei einer Kreditkarte erfolgt der Einzug der offenen Forderungen einmal monatlich. Hier muss der Kunde nicht zwangsläufig sein Girokonto bei der kartenausgebenden Bank halten. Nur bei diesen Karten spricht man von Kreditkarten, weil sie dem Kunden für einen gewissen Zeitraum einen Zahlungsaufschub gewähren.

Bei der Mehrheit dieser Kreditkarten besteht auch die Möglichkeit einen Revolving-Credit in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall zahlt der Kunde nur einen bestimmten Betrag monatlich zurück, der Restbetrag wird dann in den Folgemonaten eingezogen. Dabei definiert die Bank in der Regel eine Mindestrückzahlung in Prozent und Euro. Der Clou an dieser Funktion ist, dass immer nur ein bestimmter Prozentsatz der Restschuld eingezogen wird. Erfolgt im Folgemonat ein erneuter Karteneinsatz und die Kaufsumme ist höher als die eingezogene Rate, dann steigt im Folgemonat die Restschuld und der Einzugsbetrag steigt ebenfalls.

Ein Revolving-Credit kostet Geld

Die kartenausgebende Bank verdient an dieser Form der Bezahlung in dem monatlich Zinsen auf die Restschuld in Rechnung gestellt werden. Diese Zinsen sind im Vergleich zum Girokonto bei vielen Kartenanbietern recht hoch, sodass sich ein Vergleich der angebotenen Karten insgesamt lohnt. Wem diese Zinsen zu hoch sind, der hat aber die Möglichkeit die Forderungen jederzeit in voller Höhe zu begleichen. Ab diesem Moment fallen dann auch keine Zinsen mehr an.

Wann ergibt ein Revolving-Credit Sinn?

In der Regel ist ein Dispokredit bei der Hausbank einmalig definiert. Wer plötzlich für besondere Anschaffungen Geld benötigt, der hat mit einem Revolving-Credit die Möglichkeit ohne Erweiterung des Disporahmens seine Anschaffung zu finanzieren. Denn in der Regel ist der Verfügungsrahmen bei einer Kreditkarte sehr großzügig bemessen und wird in den seltensten Fällen auch ausgeschöpft. Auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass der Kredit deutlich teurer ist und eine langfristige Nutzung dieser Finanzierungsform kritisch überdacht werden sollte.

Welches sind die besten Revolving Cards?

Die Beantwortung der Frage hängt vom Nutzungsverhalten des einzelnen Karteninhabers ab. Wer bspw. häufig die Revolving-Funktion in Anspruch nehmen will, der benötigt eine Karte, die einen günstigen Zins anbietet. Wer aber gleichzeitig häufig beruflich oder privat auf Reisen ist, der muss auch auf andere Gebühren, wie bspw. ein Auslandseinsatzentgelt oder Gebühren für die Bargeldabhebung am Geldautomaten, in seine Überlegungen einfließen lassen. Darüber hinaus sind nicht immer alle Produkte kostenlos, sodass bspw. eine hohe Jahresgebühr ggf. niedrige Zinsen wieder auffrisst. Es lohnt sich also bei der Entscheidung im Vorfeld das eigene Nutzungsverhalten einmal kritisch zu hinterfragen um nicht am Ende zu viel für die Karte zu zahlen.

Diese Angebote gibt es derzeit auf dem Markt:

free Mastercard Gold


* Der bei Fremdwährungszahlungen zugrunde gelegte Wechselkurs von Mastercard beinhaltet einen Aufschlag, d.h. ein Währungsumrechnungsentgelt, auf den EZB-Referenzkurs. Die jeweils tagesaktuellen Währungsumrechnungsentgelte finden Sie auf https://travelprepaid.mastercard.com/rates.

Die von der Advanzia Bank in Luxemburg ausgegebene Karte bietet in der Goldausführung eine inkludierte Reiseversicherung an. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Versicherung ist die Bezahlung der Reise mit der Kreditkarte. Daneben ist die Bargeldabhebung im In- und Ausland kostenlos und bei Fremdwährungen wird keine Auslandseinsatzgebühr erhoben. Auch entfällt eine Jahresgebühr für die Karte. Nutzt der Kunde die Teilzahlungsfunktion (Revolving-Credit), fällt ab dem Buchungstag des Kaufs ein Zins von 1,49 % nominal monatlich an (19,44 % effektiv p.a.). Kann eine Rechnung nicht beglichen werden, steigt der Zins auf 1,84 % nominal monatlich (24,44 % effektiv p.a.). Die Karte bietet darüber hinaus noch einen Überweisungsservice an. Damit kann direkt vom Kartenkonto auf ein hinterlegtes Girokonto Geld überwiesen werden. Dieser Service kostet unabhängig, ob die Revolving-Funktion in Anspruch genommen wurde oder nicht, 1,84 % ab dem Buchungstag.

Hello bank Finanz Mastercard

Ein etwas anderes Prinzip verfolgt die von der Hello Bank (Consors) Bank ausgegebene Mastercard. Voraussetzung für die kostenlose Ausgabe der Karte ist die Beantragung einer Sofortauszahlungssumme zwischen 500 und 3.000 Euro. Dieser Betrag wird dann auf das Girokonto überwiesen, kann aber auch zu Käufen genutzt werden. Die Beträge können ebenfalls als Revolving-Credit zurückgezahlt werden. Dabei sind mindestens 2,5 % des ausgenutzten Kreditrahmens, aber mindestens 9 Euro monatlich zurückzuzahlen. Aktuell wird von der Consors Bank ein Zins von 14,90 % effektiv p.a. in Rechnung gestellt, wobei bei der ersten Inanspruchnahme des Revolving-Credits ein dreimonatiger zinsfreier Zeitraum eingeräumt wird. Wer aber mit der Kreditkarte am Geldautomaten Geld abhebt, der muss 3 % der behobenen Summe mindestens aber 1,95 Euro zahlen. Hinzu kommt, dass es bei der Karte kein Versicherungspaket für Reisen oder Diebstahlschutz gibt.

DKB Visa-Karte

Eine interessante Alternative zu den bisher beschriebenen Revolving-Cards stellt die DKB-Visa-Kreditkarte dar. Diese Kreditkarte wird nur in Verbindung zu einem Konto bei der DKB ausgegeben. Bei dieser Karte wird jeder Umsatz direkt dem Girokonto belastet. Es erfolgt also keine monatliche Belastung. Dafür zahlt der Kunde einen deutlich niedrigeren Zins von aktuell 6,74 % p.a. gegenüber einer Revolving-Card. Abhebungen an Geldautomaten sind bei der DKB auch weltweit kostenlos. Und die DKB bietet ihren Kunden für die ersten Monate auf dem Kreditkartenkonto eine Guthabenverzinsung von 0,01 %, die nach sechs Monaten auf 0 sinkt. Damit bietet die Kreditkarte gerade denjenigen Kunden eine günstige Alternative, die heute für ihre Geldanlage einen Strafzins an die Bank zahlen.

Die Unterschiede beim Zins

Im Folgenden soll einmal exemplarisch skizziert werden, welche Differenz unterschiedlich hohe Zinsen machen können. Dabei werden die Zinsen der oben vorgestellten Banken herangezogen und unterstellt, dass in allen Fällen der Betrag von 1.200 Euro über 6 Monate zurückgezahlt wird. Bei der DKB wird unterstellt, dass über den gleichen Zeitraum jeweils am Monatsersten ein Sechstel des ausstehenden Betrags auf das Konto überwiesen wird.
Beim Angebot der Advanzia mit den höchsten Zinsen bedeutet das einen näherungsweisen Zinsaufwand von ca. 68 Euro, bei der Consors Bank würden nur 52 Euro anfallen. Besonders günstig schneidet dabei die DKB mit einem Zinsaufwand von nur ca. 24 Euro ab.

Apple Pay oder Google Pay

Ob eine Revolving-Card die Zahlung via Smartphone unterstützt oder nicht, hängt in erster Linie von der kartenausgebenden Bank ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine prepaid-Kreditkarte oder eine Revolving-Card handelt. Hintergrund ist, dass eine Zahlung via Handy technologisch genau wie eine Zahlung via Plastikkarte abgewickelt wird. Wer als Nutzer darauf Wert legt, der sollte sich vorher bei der jeweiligen Bank erkundigen.

Fazit Revolving-Card:

Die Frage, ob es eine Revolving-Card sein muss und welche Karte dann beantragt wird, hängt stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Erst danach sollte die Beantragung für ein bestimmtes Kartenprodukt vorgenommen werden. Insbesondere die unterschiedlichen Höhen des Zinssatzes sind dabei zu berücksichtigen. Kunden müssen aber wissen, dass sie niemand zur Inanspruchnahme der Revolving-Funktion zwingt. Wer sich also für eine Kreditkarte mit hohem Leistungsumfang entscheidet, aber die in Rechnung gestellten Revolving-Zinsen als zu hoch empfindet, muss nur einmal monatlich den gesamten Rechnungsbetrag begleichen. Dann fallen keine Zinsen an.

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Quellenangaben

  • Stand Daten 24.04.2020, Allen Angaben ohne Gewähr.
  • Abb. 1 – Photo by Blake Wisz on Unsplash

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